Spuren am Körnerplatz
Achim Jannasch
Eine Kindheit in Dresden-Loschwitz. Achim Jannasch erinnert sich an das Aufwachsen rund um den Körnerplatz.
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Wetter und Elbe-Pegel für Loschwitz
Standseilbahn und Schwebebahn fahren täglich, Fahrzeiten und Technik. Wetter: Open-Meteo, Wasserstand: PEGELONLINE (WSV), beide beschrieben im Datenschutz. Zu den Livecams
Loschwitz liegt am rechten Elbufer im Osten von Dresden, zwischen 107 und 260 Metern über dem Meeresspiegel. Der Ortsteil gehört seit dem 21. Januar 1921 zur Stadt, hat eine eigene Kirche von George Bähr, zwei Bergbahnen aus der Kaiserzeit und einen Hang voller Villen, deren Architekten in keinem Reiseführer stehen. Diese Seite sammelt, was sich über Loschwitz belegen lässt.
Wer über das Blaue Wunder kommt, landet direkt auf dem Körnerplatz. Von dort aus geht es in drei Richtungen weiter: die Grundstraße hinauf in den Loschwitzgrund, die Pillnitzer Landstraße elbaufwärts Richtung Wachwitz, und mit den beiden Bergbahnen senkrecht nach oben. Diese Anordnung erklärt fast alles über den Ort. Loschwitz ist ein Dorf am Fuß eines steilen Hangs, das im 19. Jahrhundert von wohlhabenden Dresdnern entdeckt und überbaut wurde, ohne dass die alte Dorfstruktur ganz verschwunden wäre.

| Lage | rechtes Elbufer, Osten von Dresden |
|---|---|
| Höhe | 107 bis 260 Meter über Normalnull |
| Postleitzahl | 01326 |
| Telefonvorwahl | 0351 |
| Urkundliche Ersterwähnung | 1315, die Stadt feierte 2015 das 700jährige Jubiläum |
| Eingemeindung nach Dresden | 21. Januar 1921 |
| Nachbarorte | Radeberger Vorstadt, Weißer Hirsch, Bühlau, Rochwitz, Wachwitz, Dresdner Heide |
| Gegenüber am linken Ufer | Blasewitz, verbunden über das Blaue Wunder |
Am Loschwitzer Elbhang wurde schon im 11. Jahrhundert Wein angebaut, überliefert im Zusammenhang mit Benno von Meißen. Über Jahrhunderte prägten Weinberge, Presshäuser und Winzerhäuser das Bild. Ab etwa 1850 ging es bergab, und 1885 kam die Reblaus. Sie beendete den Loschwitzer Weinbau für rund hundert Jahre.
Das Ende der Weinberge machte die Hanglagen frei für etwas anderes. Wo vorher Reben standen, entstanden ab den 1870er Jahren Villen mit Terrassengärten, Stützmauern und Aussichtstürmchen. Einige der Weinbergshäuser blieben stehen und wurden umgenutzt. Das Josef-Hegenbarth-Archiv sitzt heute in einem Winzerhaus, das vor 1839 gebaut wurde. Das Künstlerhaus an der Pillnitzer Landstraße 59 steht auf dem Gelände des früheren Weinbergs Unger.
Seit 1987 gibt es wieder eine organisierte Rebkultur. Die Weinbaugemeinschaft Loschwitz/Wachwitz wurde am 17. Juni 1987 mit 38 Mitgliedern gegründet, nachdem im Sommer 1986 die ersten Rodungsarbeiten begonnen hatten. Ein Teil der Mitglieder bewirtschaftet Flächen am Lingnerschloss.
Die Standseilbahn fährt seit dem 26. Oktober 1895, die Schwebebahn seit dem 6. Mai 1901. Letztere gilt als älteste Bergschwebebahn der Welt.
Geweiht am 3. August 1708, zerstört im Februar 1945, wiedergeweiht am 2. Oktober 1994. Ein achteckiger Barockbau in Altrosa.
Leonhardi-Museum, Josef-Hegenbarth-Archiv und Schillerhäuschen liegen alle im Ortsteil, keines davon ist groß, alle drei lohnen sich.
Rund um die Alpenstraße, die Steglichstraße und An der Berglehne stehen Bauten von Rudolf Kolbe, Martin Pietzsch und Karl Reichpietsch.
Die Ortschronik unterscheidet Dorfmitte, Auf der Platte in einem westlichen und einem östlichen Abschnitt, Oberloschwitz, Schöne Aussicht und den Simmigschen Ortsteil. Diese Gliederung ist kein Verwaltungskonstrukt, sondern Topografie. Unten am Wasser liegt der alte Dorfkern mit Kirche, Körnerplatz und Friedrich-Wieck-Straße. Oben, hinter der Hangkante, beginnt Oberloschwitz mit der Bergstation der Schwebebahn.
Zwischen beiden Ebenen liegen fast hundert Höhenmeter. Wer sie zu Fuß nimmt, merkt schnell, warum sich 1895 und 1901 zwei Bahngesellschaften an diesem Hang versucht haben. Die Steigung der Schwebebahnstrecke erreicht stellenweise 39,9 Prozent.
Der Name Loschwitz steht für zwei verschiedene Gebiete. Der Stadtteil ist der alte Ort am Elbhang. Der Stadtbezirk Loschwitz ist viel größer und umfasst nach Angaben der Stadt Dresden auch Weißer Hirsch, Rochwitz, Wachwitz, Niederpoyritz, Hosterwitz, Söbrigen, Oberpoyritz, Bühlau, Pillnitz und die Dresdner Heide. Dort leben 20.570 Menschen auf 6.880 Hektar, der größte Teil der Fläche ist Wald. Mehr dazu auf der Seite Wohnen in Loschwitz.
Direkt über Loschwitz liegt der Weiße Hirsch. Sein Name geht auf ein Gasthaus zurück, das der Hofkapellmeister Christoph Bernhard 1685 errichtete. 1888 eröffnete Heinrich Lahmann dort sein Sanatorium, das wohlhabende und prominente Patienten aus ganz Europa anzog. Später lebte und forschte hier der Physiker Manfred von Ardenne. Elbaufwärts schließt sich Wachwitz an, mit dem Königlichen Weinberg und dem alten Ortskern Altwachwitz.
Christian Gottfried Körner hatte in Loschwitz einen Sommersitz. Friedrich Schiller kam am 11. September 1785 zum ersten Mal nach Dresden und blieb zwei Jahre. Ob die Ode an die Freude tatsächlich im Gartenhäuschen an der heutigen Schillerstraße entstand, lässt sich nicht belegen. Dokumentiert ist nur, dass Schiller im Haupthaus und in der Stadtwohnung arbeitete. Körner empfing später auch Mozart, 1789, und Goethe, 1790.
Der Maler Josef Hegenbarth lebte ab 1921 an der Pillnitzer Landstraße und starb dort 1962. Der Maler Eduard Leonhardi kaufte 1879 die alte Hentschelmühle im Loschwitzgrund und baute sie zum Atelier um. Der Architekt Martin Pietzsch errichtete 1898 das Künstlerhaus, in dem seither über sechzig Künstler gearbeitet haben, unter ihnen Sascha Schneider und Hermann Glöckner. Auch Heinrich Schütz, Gerhard von Kügelgen und Peter Schreier werden mit dem Ort verbunden.
Schon vor Körner hatten sich Dresdner Bürger am Hang Weinberge und Sommersitze zugelegt. Genannt werden der Hofkapellmeister Heinrich Schütz, der Oberlandbaumeister Wolf Caspar von Klengel und der Hofjuwelier Johann Melchior Dinglinger, der um 1700 den heute nach ihm benannten Weinberg an der Schevenstraße erwarb. Später kamen der Musikpädagoge Friedrich Wieck, Vater von Clara Schumann, und der Maler Ludwig Richter. Carl Maria von Weber verbrachte seine Sommer im benachbarten Hosterwitz, das heute zum Stadtbezirk gehört.
Am 21. Januar 1921, und zwar gegen erheblichen Widerstand aus der Bevölkerung. Vorher war Loschwitz eine eigenständige Gemeinde.
Über das Blaue Wunder zu Fuß, mit dem Rad, dem Bus oder dem Auto. Im Sommer verkehrt außerdem eine Fähre. Details stehen auf der Anreiseseite.
Die Standseilbahn fährt auf Schienen im Erdboden zum Luisenhof, die Schwebebahn hängt an einem Stahlgerüst und endet in Oberloschwitz. Beide starten in Fußnähe zum Körnerplatz, beide gehören den Dresdner Verkehrsbetrieben.
Ja, aber im kleinen Maßstab. Die Weinbaugemeinschaft Loschwitz/Wachwitz bewirtschaftet unter anderem Flächen am Lingnerschloss. Sechs ihrer Mitglieder haben ihre Rebflächen in Loschwitz.
Am letzten Juniwochenende, auf der Strecke zwischen dem Blauen Wunder und Schloss Pillnitz. Zu Spitzenzeiten kamen rund 80.000 Besucher.
Nein. Der Weiße Hirsch ist ein eigener Ortsteil oberhalb von Loschwitz und war der Kurort der Gegend. Beide gehören zum Stadtbezirk Loschwitz, was regelmäßig für Verwechslungen sorgt.
Die folgenden fünf Punkte entstehen automatisch aus Wetterdaten, dem Elbe-Pegel und dem Kalender und stehen bei jedem Aufruf neu.
Redaktionelle Meldungen aus dem Ortsteil, etwa Bauarbeiten, Vereinstermine oder Ausstellungen, lassen sich nur mit einer Quelle einbinden. Sobald ein Nachrichtenkanal mit Feed vorliegt, kann er hier eingelesen werden.
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