Spuren am Körnerplatz
Achim Jannasch
Eine Kindheit in Dresden-Loschwitz. Achim Jannasch erinnert sich an das Aufwachsen rund um den Körnerplatz.
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Einmal im Jahr, am letzten Juniwochenende, wird der Elbhang zwischen Loschwitz und Pillnitz zur Festmeile. Rund sieben Kilometer entlang der Pillnitzer Landstraße, fünf Orte, Konzerte in Kirchen, Bühnen in Gärten und Höfen. Das Elbhangfest gilt als eines der größten Stadtfeste Dresdens und wird von einem ehrenamtlichen Verein getragen.
Das 33. Elbhangfest fand vom 26. bis 28. Juni 2026 statt, unter dem Motto „Rockt den Weber! – Carl Maria zum 240. Geburtstag“. Auf dem Programm standen mehr als 200 Veranstaltungen an 85 Spielorten, der Eintritt war frei. Ein Höhepunkt war die Lichtshow „Weber leuchtet“ an der Fassade des Weber-Museums in Hosterwitz. Das 34. Elbhangfest folgt nach der Tradition am letzten Juniwochenende 2027. Termin, Programm und Spielorte veröffentlicht der Verein jeweils im Frühsommer auf elbhangfest.de.
Am Anfang standen zwei Kirchen. Die Loschwitzer Kirche von George Bähr war seit 1945 eine Ruine, die Weinbergkirche in Pillnitz hatte über Jahrzehnte stark gelitten. Anwohner gründeten Benefiz-Initiativen für beide Bauten, im November 1990 sprach eine Gruppe von Elbhangbewohnern mit Matthias Griebel, dem damaligen Leiter des Stadtmuseums, über ein gemeinsames Fest. Am 29. und 30. Juni 1991 fand das erste Elbhangfest statt, unter dem Motto „Von Bähr zu Pöppelmann“. Am ersten Festtag wurde der Grundstein für den Wiederaufbau der Loschwitzer Kirche gelegt, am zweiten die restaurierte Turmkugel der Weinbergkirche aufgesetzt.
Geplant war ein einmaliges Ereignis. Einige der Macher hatten schon Erfahrung mit kleineren Festen am Hang, etwa dem Gullyfest, dem Wachwitzer Brunnenfest und dem Weinfest. Die Resonanz war so groß, dass daraus eine feste Einrichtung wurde.
Zum zweiten Fest 1992 gründete sich ein gemeinnütziger Verein, der es seither ausrichtet. Die Kirchen blieben lange der Mittelpunkt: Beim dritten Fest 1993 wurde der Loschwitzer Kirche die Turmkugel aufgesetzt, die Wiederweihe folgte 1994.

Das Festgelände reicht vom Körnerplatz in Loschwitz bis zum Schlossgarten Pillnitz, markiert durch die George-Bähr-Kirche an einem und die Weinbergkirche am anderen Ende. Dazwischen liegen Wachwitz, Niederpoyritz und Hosterwitz. Wichtige Punkte sind der Rhododendrongarten und die Weindörfer, in denen Winzer vom Elbhang ausschenken.
In Loschwitz beginnt das Fest im Dorfkern am Blauen Wunder, eine Flaniermeile führt zum Weindorf mit dem Kunsthandwerkermarkt. Mit dabei sind regelmäßig der Keyserlingksche Weinberg am Veilchenweg, das Hegenbarth-Archiv und der Elbhang-Kurier-Verlag. In Wachwitz steht am Dorfplatz das historische Brunnenhaus, 2026 Plakatmotiv des Festes, mit Bühne und Weinausschank. Das zweite Weindorf liegt am Schloss Pillnitz.
Typisch für das Fest sind die privaten Gärten. Entlang der Pillnitzer Landstraße öffnen Anwohner ihre Grundstücke, schenken aus, spielen Musik oder stellen aus. Dazu kommen Konzerte in den drei Elbhang-Kirchen, Ausstellungen der Ortsvereine, heimatkundliche Führungen, Theater, Lesungen, Kunstmarkt und Angebote für Kinder.
Zum Fest gehört ein Festumzug, der jedes Jahr das Motto aufgreift. 2002 war der „Glockenzug“ einer seiner Höhepunkte, er erinnerte an die Verbindung der beiden barocken Kirchen.
Jedes Fest hat ein Thema, oft mit Bezug zu Personen oder Geschichte des Elbhangs. Eine Auswahl:
| Jahr | Motto |
|---|---|
| 1991 | Von Bähr zu Pöppelmann |
| 2000 | Wachwitz zeigt die Zehne – 650 Jahre Wachwitz – 10 Jahre Elbhangfest |
| 2002 | Kneippen, Kuren und L’Amouren |
| 2026 | Rockt den Weber! – Carl Maria zum 240. Geburtstag |
2002 ging es um die Kurtradition des Elbhangs von Lahmann bis Bilz, mit Trinkbrunnen in allen fünf Orten. 2026 stand Carl Maria von Weber im Mittelpunkt, der seine Sommer in Hosterwitz verbrachte. Als Querachse zur Festmeile führte der Erlebnispfad „Auf dem Weg zu Weber“ von der Kirche Maria am Wasser bis in den Keppgrund.
Am Festwochenende werden viele Straßen in und zwischen Loschwitz und Pillnitz gesperrt. Früher war das Festgelände ganz für Autos gesperrt. Wegen der Sicherheitsauflagen bleibt die Pillnitzer Landstraße inzwischen offen, 2025 galt Tempo 30, 2026 Tempo 20. Der Verein bittet trotzdem, das Auto stehen zu lassen. Parkplätze gibt es praktisch keine. Am besten kommt man mit Bus und Bahn zum Körnerplatz oder nach Pillnitz, mit dem Rad über den Elberadweg oder über das Blaue Wunder zu Fuß.
Jedes Jahr am letzten Juniwochenende. Das 33. Fest fand vom 26. bis 28. Juni 2026 statt.
Auf rund sieben Kilometern entlang der Pillnitzer Landstraße zwischen dem Körnerplatz in Loschwitz und dem Schlossgarten Pillnitz, mit Wachwitz, Niederpoyritz und Hosterwitz dazwischen.
Seit dem 29. und 30. Juni 1991. Es entstand aus Benefiz-Initiativen für den Wiederaufbau der Loschwitzer Kirche und den Erhalt der Weinbergkirche Pillnitz.
Der ehrenamtliche Elbhangfest e.V., unterstützt von Anwohnern, Künstlern, Gastronomie, dem Stadtbezirksamt Loschwitz und der Stadt Dresden.
Mit Bus und Bahn, mit dem Rad oder zu Fuß über das Blaue Wunder. Viele Straßen sind gesperrt, Parkplätze gibt es kaum.
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