Alles über den Dresdner Ortsteil Loschwitz
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Dresden Loschwitz

Blick vom Blauen Wunder auf Loschwitz mit Schwebebahn, Elbhang und Körnergarten
Blick auf Loschwitz vom Blauen Wunder (Loschwitzer Brücke). Bild: Masur, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Loschwitz liegt am rechten Elbufer im Osten von Dresden, zwischen 107 und 260 Metern über dem Meeresspiegel. Der Ortsteil gehört seit dem 21. Januar 1921 zur Stadt, hat eine eigene Kirche von George Bähr, zwei Bergbahnen aus der Kaiserzeit und einen Hang voller Villen, deren Architekten in keinem Reiseführer stehen. Diese Seite sammelt, was sich über Loschwitz belegen lässt.

Wer über das Blaue Wunder kommt, landet direkt auf dem Körnerplatz. Von dort aus geht es in drei Richtungen weiter: die Grundstraße hinauf in den Loschwitzgrund, die Pillnitzer Landstraße elbaufwärts Richtung Wachwitz, und mit den beiden Bergbahnen senkrecht nach oben. Diese Anordnung erklärt fast alles über den Ort. Loschwitz ist ein Dorf am Fuß eines steilen Hangs, das im 19. Jahrhundert von wohlhabenden Dresdnern entdeckt und überbaut wurde, ohne dass die alte Dorfstruktur ganz verschwunden wäre.

Der Körnerplatz in Dresden Loschwitz mit historischer Bebauung und dem Elbhang im Hintergrund
Der Körnerplatz bildet die Mitte von Loschwitz. Hier treffen Brücke, Standseilbahn und Schwebebahn aufeinander. Foto: Dguendel, Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Die wichtigsten Zahlen

Basisdaten zum Ortsteil Loschwitz
Lagerechtes Elbufer, Osten von Dresden
Höhe107 bis 260 Meter über Normalnull
Postleitzahl01326
Telefonvorwahl0351
Urkundliche Ersterwähnung1315, die Stadt feierte 2015 das 700jährige Jubiläum
Eingemeindung nach Dresden21. Januar 1921
NachbarorteRadeberger Vorstadt, Weißer Hirsch, Bühlau, Rochwitz, Wachwitz, Dresdner Heide
Gegenüber am linken UferBlasewitz, verbunden über das Blaue Wunder

Ein Weinbauort, der keiner mehr war

Am Loschwitzer Elbhang wurde schon im 11. Jahrhundert Wein angebaut, überliefert im Zusammenhang mit Benno von Meißen. Über Jahrhunderte prägten Weinberge, Presshäuser und Winzerhäuser das Bild. Ab etwa 1850 ging es bergab, und 1885 kam die Reblaus. Sie beendete den Loschwitzer Weinbau für rund hundert Jahre.

Das Ende der Weinberge machte die Hanglagen frei für etwas anderes. Wo vorher Reben standen, entstanden ab den 1870er Jahren Villen mit Terrassengärten, Stützmauern und Aussichtstürmchen. Einige der Weinbergshäuser blieben stehen und wurden umgenutzt. Das Josef-Hegenbarth-Archiv sitzt heute in einem Winzerhaus, das vor 1839 gebaut wurde. Das Künstlerhaus an der Pillnitzer Landstraße 59 steht auf dem Gelände des früheren Weinbergs Unger.

Seit 1987 gibt es wieder eine organisierte Rebkultur. Die Weinbaugemeinschaft Loschwitz/Wachwitz wurde am 17. Juni 1987 mit 38 Mitgliedern gegründet, nachdem im Sommer 1986 die ersten Rodungsarbeiten begonnen hatten. Ein Teil der Mitglieder bewirtschaftet Flächen am Lingnerschloss.

Was Loschwitz zu bieten hat

Der Ort besteht aus mehreren Teilen

Die Ortschronik unterscheidet Dorfmitte, Auf der Platte in einem westlichen und einem östlichen Abschnitt, Oberloschwitz, Schöne Aussicht und den Simmigschen Ortsteil. Diese Gliederung ist kein Verwaltungskonstrukt, sondern Topografie. Unten am Wasser liegt der alte Dorfkern mit Kirche, Körnerplatz und Friedrich-Wieck-Straße. Oben, hinter der Hangkante, beginnt Oberloschwitz mit der Bergstation der Schwebebahn.

Zwischen beiden Ebenen liegen fast hundert Höhenmeter. Wer sie zu Fuß nimmt, merkt schnell, warum sich 1895 und 1901 zwei Bahngesellschaften an diesem Hang versucht haben. Die Steigung der Schwebebahnstrecke erreicht stellenweise 39,9 Prozent.

Berühmte Namen, kurz sortiert

Christian Gottfried Körner hatte in Loschwitz einen Sommersitz. Friedrich Schiller kam am 11. September 1785 zum ersten Mal nach Dresden und blieb zwei Jahre. Ob die Ode an die Freude tatsächlich im Gartenhäuschen an der heutigen Schillerstraße entstand, lässt sich nicht belegen. Dokumentiert ist nur, dass Schiller im Haupthaus und in der Stadtwohnung arbeitete. Körner empfing später auch Mozart, 1789, und Goethe, 1790.

Der Maler Josef Hegenbarth lebte ab 1921 an der Pillnitzer Landstraße und starb dort 1962. Der Maler Eduard Leonhardi kaufte 1879 die alte Hentschelmühle im Loschwitzgrund und baute sie zum Atelier um. Der Architekt Martin Pietzsch errichtete 1898 das Künstlerhaus, in dem seither über sechzig Künstler gearbeitet haben, unter ihnen Sascha Schneider und Hermann Glöckner. Auch Heinrich Schütz, Gerhard von Kügelgen und Peter Schreier werden mit dem Ort verbunden.

Häufige Fragen zu Loschwitz

Wann wurde Loschwitz nach Dresden eingemeindet?

Am 21. Januar 1921, und zwar gegen erheblichen Widerstand aus der Bevölkerung. Vorher war Loschwitz eine eigenständige Gemeinde.

Wie kommt man von Blasewitz nach Loschwitz?

Über das Blaue Wunder zu Fuß, mit dem Rad, dem Bus oder dem Auto. Im Sommer verkehrt außerdem eine Fähre. Details stehen auf der Anreiseseite.

Welche Bergbahn ist welche?

Die Standseilbahn fährt auf Schienen im Erdboden zum Luisenhof, die Schwebebahn hängt an einem Stahlgerüst und endet in Oberloschwitz. Beide starten in Fußnähe zum Körnerplatz, beide gehören den Dresdner Verkehrsbetrieben.

Gibt es in Loschwitz noch Weinbau?

Ja, aber im kleinen Maßstab. Die Weinbaugemeinschaft Loschwitz/Wachwitz bewirtschaftet unter anderem Flächen am Lingnerschloss. Sechs ihrer Mitglieder haben ihre Rebflächen in Loschwitz.

Wann findet das Elbhangfest statt?

Am letzten Juniwochenende, auf der Strecke zwischen dem Blauen Wunder und Schloss Pillnitz. Zu Spitzenzeiten kamen rund 80.000 Besucher.

Ist Loschwitz dasselbe wie Weißer Hirsch?

Nein. Der Weiße Hirsch ist ein eigener Ortsteil oberhalb von Loschwitz und war der Kurort der Gegend. Beide gehören zum Stadtbezirk Loschwitz, was regelmäßig für Verwechslungen sorgt.

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