Sehenswürdigkeiten in Loschwitz

Die bekannten Ziele in Loschwitz lassen sich an zwei Händen abzählen: Brücke, zwei Bergbahnen, Kirche, drei Museen, drei Elbschlösser. Interessant wird es bei dem, was daneben steht. Ein Mausoleum von Hans Poelzig, eine Sternwarte von Manfred von Ardenne, ein Feuerwehrturm mit Wanderfalken und ein Kirchhof von 400 Quadratmetern, der zu den kleinsten erhaltenen in Sachsen zählt.
Die Loschwitzer Kirche von George Bähr
George Bähr, der später die Frauenkirche baute, entwarf die Loschwitzer Kirche 1704. Der Bau begann am 27. April 1705, der Grundstein wurde am 29. Juni gelegt, die Weihe fand am 3. August 1708 statt. Das Ergebnis ist ein achteckiger Barockbau, 27,7 Meter lang, 16,3 Meter breit und 41,5 Meter hoch, mit Mansarddach und welscher Haube. Ursprünglich fanden 820 Menschen darin Platz.
Auffällig ist die Farbe. Die Fassade ist altrosa gestrichen, was bei einer sächsischen Dorfkirche ungewöhnlich wirkt und beim Wiederaufbau bewusst rekonstruiert wurde. In der Bombennacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 brannte der Bau aus, nur die Außenmauern blieben stehen. Die Wiederaufbauarbeiten begannen 1991, die Wiederweihe war am 2. Oktober 1994. Dabei wurden konstruktive Schwächen des Originalentwurfs korrigiert.
Die heutige Orgel stammt von Kristian Wegscheider und wurde am 5. Oktober 1997 geweiht. Sie hat 20 Register auf zwei Manualen. Die Vorgängerinstrumente von Leibner aus dem Jahr 1753 und von Jehmlich aus dem Jahr 1899 verbrannten 1945 beide. Im Innenraum steht seit 2002 der Nosseni-Altar, der aus der zerstörten Sophienkirche stammt und damit ein Stück Dresdner Innenstadt in Loschwitz erhalten hat.

Das Blaue Wunder

Die Loschwitzer Brücke verbindet seit 1893 Blasewitz und Loschwitz. Baubeginn war der 28. April 1891, die Einweihung fand am 15. Juli 1893 statt. Zwei Jahre Bauzeit, 2,25 Millionen Goldmark, offiziell König-Albert-Brücke nach dem sächsischen König. Konstruktiv ist sie eine Auslegerbrücke, was zur Bauzeit als gewagt galt. Der Spitzname bezieht sich auf die blaue Farbe, auf die technische Leistung und auf die Redewendung vom blauen Wunder, das man erlebt, wenn etwas schiefgeht. Zeitgenossen hielten den Einsturz für wahrscheinlich.
1945 stand die Brücke kurz vor der Sprengung. Eine SS-Einheit hatte die Ladungen angebracht, zwei Männer durchtrennten die Zündkabel. Deshalb ist die Konstruktion bis heute im Original erhalten, was inzwischen zum Problem geworden ist: Das Alter zwingt zu Verkehrsbeschränkungen. Bis zur Eröffnung der Waldschlößchenbrücke am 26. August 2013 war das Blaue Wunder die einzige Elbquerung östlich der Innenstadt.

Die drei Elbschlösser

Zwischen Mordgrundbrücke und Saloppe stehen an der Bautzner Straße drei Schlösser in einer Reihe, alle am rechten Elbufer im Stadtbezirk Loschwitz. Sie entstanden innerhalb von elf Jahren, zwischen 1850 und 1861, auf demselben Gelände: Bis 1832 war das der Findlatersche Weinberg, den der schottische Adlige James Ogilvy, 7. Earl of Findlater, ab 1803 zusammengekauft hatte. Nach seinem Tod 1811 wurde der Besitz mehrfach geteilt und weiterverkauft. Auf jedem der drei Teilstücke steht heute ein Schloss.
Schloss Albrechtsberg
Bauherr war Prinz Albrecht von Preußen, 1809 bis 1872, der jüngste Bruder von Friedrich Wilhelm IV. und Wilhelm I. Am Berliner Hof war er nicht mehr erwünscht: Er hatte sich von Marianne von Oranien-Nassau getrennt und am 5. Juni 1853 Rosalie von Rauch morganatisch geheiratet, die vor der Hochzeit zur Gräfin von Hohenau erhoben wurde. Die Hochzeit fand außerhalb Preußens statt. Dresden war die Ausweichlösung.
Adolf Lohse baute auf den Grundmauern eines abgebrochenen Kaffeehauses, das ab 1821 als Findlaters Weinberg ein beliebtes Ausflugsziel gewesen war, unter den Gästen Richard Wagner und Gottfried Semper. Der spätklassizistische Bau steht in der Tradition Karl Friedrich Schinkels und ist das repräsentativste der drei Schlösser. 1925 verkauften die Grafen von Hohenau das Anwesen an die Stadt Dresden. Die Zerstörungen von 1945 gingen daran vorbei. Danach saß hier die sowjetische Militäradministration, später ein Hotel, bis 1990 der Pionierpalast. Heute nutzt die Stadt das Haus für Kultur und Veranstaltungen, Park und Terrassen sind zugänglich.

Lingnerschloss, eigentlich Villa Stockhausen
Das mittlere der drei Schlösser entstand parallel zum Nachbarbau und vom selben Architekten. Gedacht war es als Wohnsitz für Freiherr von Stockhausen, den Kammerherrn des Prinzen. Bis Albrechtsberg fertig war, wohnte Albrecht selbst darin. 1891 kaufte der Nähmaschinenfabrikant Bruno Naumann die Villa und ließ sie umbauen.
1906 erwarb Karl August Lingner das Anwesen, der Vermarkter des Odol-Mundwassers und Stifter des Hygiene-Museums. Er ließ einen privaten Schrägaufzug vom Elbtal zum Schloss bauen, dessen Bergstation und Trasse noch zu sehen sind, legte einen kleinen Zoo an und ließ eine Orgel konstruieren, deren Töne per Telefon zu Freunden übertragen werden konnten. Die Innenräume gestaltete Wilhelm Kreis, unter Mitarbeit von Franz von Stuck.
In seinem Testament vom 22. Mai 1916, zwei Wochen vor seinem Tod aufgesetzt, stiftete Lingner das Anwesen der Stadt Dresden, mit zwei Auflagen: freier Zugang zum Park und zum ganzen Schloss, und im Hauptgebäude ein Café oder Restaurant mit den niedrigsten Preisen im Umkreis. Beigesetzt wurde er 1921 im Mausoleum im Park. Das Haus überstand 1945 unbeschädigt und diente als Lazarett, sowjetische Kommandantur und Wohnheim. 1957 zog der Klub der Intelligenz ein, mitinitiiert von Manfred von Ardenne. Ab 1993 stand es leer und verfiel, seither wird es saniert.

Schloss Eckberg
Das östlichste der drei Schlösser ist das einzige neugotische. Bauherr war der Großkaufmann Johann Daniel Souchay, der sein Vermögen im Textilhandel in Manchester gemacht hatte und einen Teil davon in Wohltätigkeitsstiftungen in Loschwitz steckte. Der Semper-Schüler Christian Friedrich Arnold errichtete den reich gegliederten Bau an der Stelle eines Klengelschen Landhauses von 1675, mit englischen Landsitzen im Tudorstil als Vorbild. Den 15 Hektar großen Landschaftsgarten legte der Hofgärtner Hermann Sigismund Neumann an, der zuvor schon die Gärten von Albrechtsberg und Villa Stockhausen gestaltet hatte.
1883 kaufte Generalkonsul Bruno Wunderlich das Anwesen. Seine Witwe vermietete es an den Süßwarenexporteur Josef Weiser, dessen Frau später als Schauspielerin Grethe Weiser bekannt wurde, und um 1920 an den Kammersänger Tino Pattiera. 1925 übernahm Ottomar Heinsius von Mayenburg, der Erfinder der Zahncreme Chlorodont und studierter Botaniker: Steingarten, Tulpen- und Krokuswiesen gehen auf ihn zurück. Heute ist im Schloss ein Hotel, der Park bleibt begehbar.

Die Saloppe
Unterhalb von Schloss Albrechtsberg, im spitzen Winkel zwischen Brockhausstraße und Körnerweg, steht das erste Dresdner Trinkwasserwerk. Es ging 1875 ans Netz. Das Gelände liegt in der Gemarkung Loschwitz, statistisch wird es zur Radeberger Vorstadt gezählt, weshalb es in Ortsteilführern oft zwischen die Zuständigkeiten fällt.
Der Name kommt aus dem Militärischen. Im Siebenjährigen Krieg errichteten preußische Soldaten hier einen Feldposten aus Brettern, den nach dem Abzug der Armee ein Fährmann und seine Frau als Ausschank weiterbetrieben. 1813 lag darin ein Kosakenposten, bei den russischen Soldaten hieß die Bude Wutki Chalupka, also Schnapsbude. Aus chalupka, hochdeutsch etwa Hütte, wurde über Schaluppe die Saloppe. Die Bretterbude wurde im April 1822 abgerissen und neu gebaut, und als die Stadt Dresden das Grundstück 1864 für das Wasserwerk kaufte, verschwand auch dieser Bau. Der Name blieb und ging auf das Wasserwerk über.
Trinkwasser kommt hier längst nicht mehr her. Seit 1995 liefert die Anlage Nutzwasser aus dem Uferfiltrat der Elbe an den Infineon-Standort an der Königsbrücker Straße, maximal 12.000 Kubikmeter am Tag. Das Werk ist ein technisches Denkmal und lag innerhalb des früheren Weltkulturerbes Dresdner Elbtal. 2013 wurde es verkauft, ab 2014 zu Wohnungen umgebaut, dabei wurden die im Krieg zerstörten westlichen Turmspitzen und der Ostflügel rekonstruiert. Wer am Körnerweg elbaufwärts läuft, kommt direkt daran vorbei.

Drei kleine Museen
Leonhardi-Museum
Das Haus war eine Wassermühle, die tiefstgelegene im Loschwitzgrund, und hieß Rothe Amsel. Von 1785 bis 1879 gehörte sie der Familie Hentschel. Der Maler Eduard Leonhardi, 1828 bis 1905, kaufte sie 1879 und baute sie zwischen 1882 und 1884 zu Atelier und Ausstellungshaus um. Seine Idee war ein kostenloses Künstlerhaus für junge Kunstschaffende ohne Geld.
Seit 1991 betreibt die Stadt Dresden hier eine Galerie. Ausstellungen zeitgenössischer Kunst wechseln etwa alle sechs Wochen, dazu ist eine kleine Auswahl von Leonhardis eigenen Bildern zu sehen. Das Gebäude ist ein Fachwerkbau mit mehreren Erkern, geschweiftem Baldachin und figürlichem Schmuck des Malers Palmié.

Josef-Hegenbarth-Archiv
Das Gebäude war vor 1839 als Winzerhaus errichtet worden. Der Grafiker und Maler Josef Hegenbarth erwarb es 1921 gemeinsam mit einem Verwandten und bezog das zweite Obergeschoss. Er lebte dort bis zu seinem Tod 1962. Seine Witwe Johanna gründete danach das Archiv, das Museum eröffnete nach Sanierung 1998.
Der Bestand umfasst mehr als 13.700 Werke, 400 illustrierte Bücher, Hegenbarths Bibliothek sowie Fotografien und Korrespondenz. Wohn- und Atelierräume sind mit Originalmobiliar rekonstruiert. Träger ist das Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Schillerhäuschen
Das Gartenhäuschen gehörte zum Sommersitz von Christian Gottfried Körner. Schiller hielt sich ab September 1785 zwei Jahre in Dresden auf und kam im August und September 1801 noch einmal. Ob er im Häuschen selbst geschrieben hat, ist nicht belegt. Seit der Wiedereröffnung 2005 betreut die Bürgerstiftung Dresden das Haus ehrenamtlich, weshalb die Öffnungszeiten begrenzt sind. Vor dem Besuch lohnt ein Blick auf die aktuellen Zeiten.

Villen und ihre Architekten
Der Loschwitzer Hang ist ein Katalog der Villenarchitektur zwischen 1880 und 1925. Die folgenden Häuser stehen alle unter Denkmalschutz und sind von der Straße aus zu sehen. Sie sind bewohnt, es handelt sich nicht um Museen.
| Objekt | Adresse | Jahr | Architekt |
|---|---|---|---|
| Villa Silvana | Bautzner Landstraße 36 | 1881 | F. Richard Schaeffer |
| Villa Alpenruhe | Alpenstraße 7 | 1892, umgestaltet 1908 | Karl Reichpietsch |
| Fuchsbau | An der Berglehne 18 | 1893 | nicht überliefert |
| Villa Malve | Steglichstraße 9 | 1905 bis 1906 | Rudolf Kolbe |
| Villa Windhuk | Alpenstraße 14 | 1910 | Rose & Röhle |
| Wohnhaus | Bautzner Landstraße 32 | 1912 | Max Herfurt |
| Villa | Schädestraße 2 | 1913 | Stephan und Möbius |
| Villa | Tolstoistraße 9 | 1924 | Carl Ernst Stephan |
Rudolf Kolbe, der die Villa Malve entwarf, ist vor allem für die Heilandskirche in Cotta bekannt. Sein Loschwitzer Bau verzichtet fast vollständig auf Bauschmuck und setzt auf Proportion statt Dekor. Zwei Generationen davor sieht es anders aus: Die Villa Silvana von 1881 ist dreigeschossig, hat einen Turmanbau und reichlich Sandstein- und Holzzier.
Das Haus Tolstoistraße 9 hat eine Geschichte, die in keinem Architekturführer steht. Eigentümer war Dr. Hans Meier, Ministerialrat. 1933 wurde er als Jude enteignet.
Orte, die selten genannt werden
Wer die Standardziele abgehakt hat, findet in Loschwitz eine zweite Ebene. Die folgenden Orte tauchen in Reiseführern kaum oder gar nicht auf.
Das Lingner-Mausoleum
Karl August Lingner, der Odol-Fabrikant, liegt in einem Grabmal, das Hans Poelzig entworfen hat, mit Bildhauerarbeiten von Georg Kolbe. Grauer Kalkstein, zwölf ionische Halbsäulen, ein Rundbau, der antike Tholostempel zitiert und sie gleichzeitig expressionistisch bricht. Poelzig ist der Architekt des Großen Schauspielhauses in Berlin und des IG-Farben-Hauses in Frankfurt. Dass eines seiner Werke am Dresdner Elbhang steht, wissen selbst viele Dresdner nicht.

Die Sternwarte an der Plattleite
Manfred von Ardenne ließ sie errichten. Sie beherbergt einen Zeiss-Refraktor, gebaut zwischen 1909 und 1911, mit 200 Millimeter Objektivdurchmesser und 3000 Millimeter Brennweite. In Jena wurden von diesem Instrument insgesamt nur sechs Stück gefertigt. 2007 bekam die Anlage eine elektronische Schrittmotorsteuerung.

Der alte Feuerwehrturm mit Wanderfalken
Der Turm der alten Feuerwache wird vom Ortsverein Loschwitz-Wachwitz betreut. Dort brütet ein Wanderfalkenpaar, das über eine Livekamera beobachtet werden kann. Ein Nistplatz mitten im Ortsteil, den man vom Boden aus leicht übersieht.
Der Ortsverein überträgt das Brutgeschehen im Feuerwehrturm über YouTube. Das Video wird erst geladen, wenn Sie es starten. Dabei werden Daten an YouTube übertragen.
Der Kirchhof an der Loschwitzer Kirche
Nicht zu verwechseln mit dem großen Friedhof an der Pillnitzer Landstraße. Der Kirchhof direkt am Bau ist einer der kleinsten erhaltenen Kirchhöfe Sachsens aus dem 18. Jahrhundert. Hier wurden die Loschwitzer bestattet, solange der Platz reichte.
Die Friedhofskapelle von 1893
Entworfen vom Büro Reuter & Fischer. Die Glasfenster schuf Wilhelm Walther, von dem auch der Fürstenzug an der Dresdner Schlossmauer stammt. Eine Kreuzigungsszene steuerte Johannes Hartmann bei. Die Glocke goss Friedrich Wilhelm Schilling 1947, sie trägt die Inschrift Frieden.
Der Gedenkstein für Ludwig Richter
Eduard Leonhardi ließ ihn zu Lebzeiten des Malers setzen. Der Stein steht seit 1884 auf dem Gelände im Loschwitzgrund. Nebenbei lebt dort eine Population von etwa 25 Mauereidechsen, gezählt 2022.

Prinzeß-Louisa-Tunnel und Gerüstviadukt
Die 547 Meter lange Standseilbahnstrecke führt durch den 96 Meter langen Burgbergtunnel, über ein 102 Meter langes Gerüstviadukt mit der Ausweichstelle und anschließend durch den 54 Meter langen Prinzeß-Louisa-Tunnel. Man kann das Viadukt vom Fußweg aus ansehen, ohne mitzufahren. Die Bauwerke stammen aus der Zeit vor 1895.
Malerstraße 31, 32 und 34
Seit 1865 im Besitz der Familie Grahl, seit 1997 Sitz des Archiconvent der Templer. Eine der ruhigeren Ecken von Loschwitz, an der man vorbeiläuft, ohne hinzusehen.
Die Künstlergräber auf dem Loschwitzer Friedhof
Über hundert Künstler liegen hier, darunter die Maler Sascha Schneider, 1870 bis 1927, und Oskar Zwintscher, 1870 bis 1916, sowie der Bildhauer Friedrich Press, 1904 bis 1990. Etwa 80 Grabstätten sind als Einzeldenkmale geschützt, der Friedhof insgesamt seit 1985. Zum Gelände gehören ein 1918 angelegter neuer Teil und ein 1927 fertiggestellter Urnenhain. 2002 und 2013 stand die Anlage unter Wasser.
Der Loschwitzgrund und sein Bach
Die Grundstraße folgt einem Bach, den kaum jemand kennt, obwohl er dem Ortsteil seine Form gegeben hat. Der Loschwitzbach, im Ort auch Trille genannt, entspringt in Bühlau am Rand der Dresdner Heide und fließt auf rund fünf Kilometern nach Südwesten, bis er in der Nähe des Blauen Wunders die Elbe erreicht. Sein Einzugsgebiet umfasst 5,2 Quadratkilometer und wird von dreizehn Quellen gespeist.
Sieben Mühlen arbeiteten an diesem Bach, vom Mittelalter bis in die Industriezeit. Lohmühle, Bärmühle und Zeibigmühle gehörten dazu, die meisten wurden abgerissen oder umgenutzt. Die Hentschelmühle steht noch und ist heute das Leonhardi-Museum. Vom Bach selbst ist wenig übrig: Er ist über weite Strecken verrohrt, beidseitig befestigt und nur noch auf etwa 300 Metern an den Loschwitzer Wiesen offen zu sehen.
Die Mordgrundbrücke
Der Name klingt nach Sage, die Brücke ist aber vor allem ein Stück Verkehrsgeschichte. An dieser Stelle gab es bereits seit 1420 einen Übergang, die heutige Steinbogenbrücke stammt von 1828. Maurermeister Donath führte den Bau aus, sie war elf Ellen breit, also gut 6,2 Meter, und kostete 3.000 Taler. Der Bogen verjüngt sich stromauf stufenweise.
Die Brücke markiert den Übergang von der Bautzner Straße zur Bautzner Landstraße und lag an der Handelsroute zwischen Schlesien und Dresden. Bewacht wurde sie von der Napoleonschanze, die 1758 und 1760 angelegt wurde. Sie steht unter Denkmalschutz und gilt als technik- und verkehrsgeschichtlich bedeutend. Wer über die B6 fährt, überquert sie, ohne es zu merken.

Das Künstlerhaus an der Pillnitzer Landstraße
Martin Pietzsch, 1866 bis 1961, plante und baute es selbst. Im Frühjahr 1898 war es nach einem Jahr Bauzeit fertig, errichtet auf dem Gelände des früheren Weinbergs Unger. 1904 beschädigte ein Brand das Haus schwer, der Wiederaufbau dauerte bis 1906 und brachte die heutige Gestalt. 1900 kam das Kleine Künstlerhaus als Pietzschs Wohnhaus dazu.
Sechzehn Ateliers und Arbeitsräume, dazu zwölf Wohnungen. Über sechzig Künstler haben dort gearbeitet, unter ihnen Max Pietschmann, Sascha Schneider, Hermann Glöckner und Georg Müller-Breslau. 1972 ging das Haus an die Stadt, 1992 kam es an die Familie zurück und wurde saniert. Architektonisch mischt es italienische Anklänge mit Jugendstil und Sezession, erkennbar am überkragenden flachen Dach und den hohen Atelierfenstern.

Fragen zu den Sehenswürdigkeiten
Gehören die Elbschlösser zu Loschwitz?
Ja. Schloss Albrechtsberg, das Lingnerschloss und Schloss Eckberg liegen an der Bautzner Straße am rechten Elbufer im Stadtbezirk Loschwitz. Das Wasserwerk Saloppe liegt in der Gemarkung Loschwitz, wird statistisch aber zur Radeberger Vorstadt gezählt.
Kann man die Loschwitzer Kirche besichtigen?
Die Kirche ist eine aktive Gemeindekirche mit Gottesdiensten und Konzerten. Öffnungszeiten für Besichtigungen wechseln saisonal, ein Blick auf die Seite der Kirchgemeinde vor dem Besuch spart den Umweg.
Was kostet der Eintritt in die drei Museen?
Die Häuser haben unterschiedliche Träger und unterschiedliche Preise. Das Leonhardi-Museum gehört der Stadt, das Josef-Hegenbarth-Archiv den Staatlichen Kunstsammlungen, das Schillerhäuschen wird ehrenamtlich betreut. Preise und Zeiten bitte direkt beim jeweiligen Haus prüfen.
Sind die Villen von innen zu besichtigen?
Nein. Es handelt sich um bewohnte Privathäuser. Von der Straße aus sind viele gut zu sehen, besonders an der Alpenstraße und An der Berglehne.
Wo finde ich das Lingner-Mausoleum?
An der Bautzner Straße 132, auf dem Gelände rund um das Lingnerschloss oberhalb der Elbe.
Was lohnt sich bei wenig Zeit?
Zwei Stunden reichen für Körnerplatz, Kirche, eine Bergbahnfahrt und den Blick von oben. Wer den Loschwitzgrund und das Leonhardi-Museum mitnimmt, sollte einen halben Tag einplanen.
